Meereshorizont blau und türkis, schmaler Himmelsstreifen

Du bist das unbekannte Wasser

ich kann die Tiefe nur erahnen

deine spiegelglatte See

ein lang vergess'ner Traum

und ich tauche, ich tauche hinab

denn ich will dich seh'n

in der dunkelblauen Nacht

will ich dich versteh'n

 

Du bist das unbekannte Wasser

und es ist sinnlos mich zu warnen

denn ich schwimm' in deinem Meer

komm und zieh mich in den Sog

in die Strömung, die Strömung hinein

und wenn ich dich seh

ich allein, mit dir ganz allein

werd' ich dich versteh'n

 

Du bist das unbekannte Wasser

ich lass' dich fließen durch mein Tal

denn du kannst den Durst der Erde stillen

und Grund und Boden werden weich

sind wir uns, sind wir beide uns nah

dann wirst du mich seh'n

und mein Traum wird endlich wahr

wahr, wenn wir uns versteh'n


Ich suche meinen Weg zu dir, mitten im Ozean,

Ich halt' mich an den Kompass tief in mir.

Ich suche meinen Weg zu dir, mitten im Ozean,

Siehst du mich (nicht)? Ich bin hier!

 

(Lyrics: Livia Grupp)

Ausschnitt Seilbrücke mit Holztrittflächen grün-blauer Hintergrund

"Nicht betreten! Lebensgefahr!" stand auf einem kleinen Schild, das auf dem Boden vor der alten Hängebrücke lag. Margit glaubte, den Abdruck eines schlammig-erdigen Schuhs auf dem Warnhinweis zu erkennen. Hier schaute wohl schon lange niemand mehr nach dem Rechten. Von der anderen Seite der Schlucht schienen Stimmen zu grüßen, vielleicht juchzende Kinder im Spiel. Und der Wind trug den Duft von einem Lagerfeuer zu ihrer Nase. Die Brücke war alt. Margit schätzte ihre Länge auf knapp 20 Meter, die Höhe schien ihr unergründlich. Irgendwo da unten war ein Fluss, das wusste sie. Aber sie sah nur Felsen und grünes Gestrüpp. Die Holzbretter, die der Hängebrücke einmal als Trittfläche gedient hatten, waren möglicherweise morsch. Weiter vorn fehlte sogar ein Brett, bemerkte Margit. Sie konnte auf jedem Meter durchbrechen. Und niemand würde es bemerken. Die Halteseile, grau und verwittert, schienen gerade mal das sanfte Schwingen auszuhalten, das irgendwelche Winde auslösten. Nichtsdestotrotz setzte sie ihren Fuß auf das erste Holzbrett der Brücke. Es gab nur diesen Weg.

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Mein Beitrag zum ersten Wort 2016 im Projekt *.txt - "Nichtsdestotrotz".

 

"Herausforderung" ist ein schönes Wort. Etwas fordert mich, aus mir herauszugehen, mich anzustrengen und zu zeigen, was in mir steckt. Im vergangenen Jahr war meine Teilnahme am Projekt *.txt so eine Herausforderung. Ich habe regelmäßig kreative Texte verfasst, mal Gedichte, mal nachdenkliche Prosa, mal Schreibtipps. Ich bin stolz, dass ich das Jahr über dabei geblieben bin.

Die 17 Wörter aus dem Jahr 2015, jeweils verlinkt mit meinen Beiträgen:

Dominik Leitner führt sein Projekt txt 2016 fort und zieht jetzt jeden ersten Mittwoch im Monat ein neues Wort. Auch ich möchte weitermachen, allerdings kombiniert mit neuen Herausforderungen:

  • Ich möchte dieses Jahr die Würze der Kürze schmecken und entdecken. Das heißt, dass ich die ganz kurze Form wähle. Ich möchte Ein-Satz-Stories schreiben.
  • Ich möchte außerdem herausfinden, ob ich Lieder schreiben kann.

Schaun mer mal. Das neue Wort ist übrigens nichtsdestotrotz.

 

 

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